Du bist, was du schläfst – Was zwischen Wachen und Träumen alles geschieht

Inhalt und Verpackung gleichermaßen inspirierend
Inhalt und Verpackung gleichermaßen inspirierend

Du bist, was du schläfst – Was zwischen Wachen und Träumen alles geschieht

Tobias Hürter

Piper ISBN 978-3-492-05454-6

Tobias Hürter beschreibt einen eleganten Bogen von der Schlafforschung über die chemischen Prozesse in unserem Hirn bis hin zum guten Umgang mit einer unserer wichtigsten Ressourcen – unserem täglichen Schlaf. Der Aufbau des Buches ist sehr einladend: Zur Strukturierung seiner Untersuchung nutzt er die einzelnen Nachtphasen, beginnend mit

“21.00 Uhr Dämmerung. Die Sonne sinkt. Die Stimmung auch”

endend mit

“7.30 Uhr Wach sein. Wir träumen weiter”

Der Autor Tobias Hürter und sein Stil

Hürter ist Wissenschaftsjournalist und bezeichnet sich selbst als schlechten Schläfer und als Nichtwissenschaftler. Damit wird sein Schreibstil um einiges leichter verdaulich, gelegentlich sogar witzig und sehr unterhaltsam. Seine Beispiele rücken mir näher und seine Erfahrungen unterstützen mein Lernen. Die Unterteilung in halbstündige und einstündige Kapitel erleichtert die Lektüre. Viele Beispiele aus den Leben bekannter und/oder erfolgreicher Menschen erlauben Parallelen und verknüpfen die angebotene Theorie angenehm mit Geschichten.

Er schließt seine Einleitung mit “Machen wir uns also auf den Weg durch die Dramaturgie einer Nacht – in Echtzeit.”

Inhaltsverzeichnis
Die Dramaturgie einer Nacht in Echtzeit – Inhaltsverzeichnis

Die beginnende Nacht lädt den Schlaf ein und stattet ihre Stunden mit unterschiedlichen Schlaf- und Traumzuständen aus. Die Geschichte der Schlafforschung wie auch die Geschichte unserer Schlafgewohnheiten finden ihren Platz in Hürters Nachtreise. Die chemischen Prozesse im Gehirn und im Körper insgesamt sind dabei ähnlich spannend beschrieben wie das kurze Kapitel über das Klarträumen am Ende des Buches.

 

Schlafen und Träumen – wichtige Ressourcen

Die von Tobias Hürter aufgezeigte Wichtigkeit des Schlafes für unsere mentalen Fähigkeiten und für die Verarbeitung unseres Tageserlebens haben mich durch die Lektüre noch einmal nachdrücklich einen zunehmend bewussteren, sorgsameren Umgang  mit der von mir am meisten missachteten Ressource gelehrt. Zunehmend – und damit noch weit weg von gut oder perfekt. Ich arbeite dran und beobachte seitdem, wie sich mein Schlafverhalten bessert.

Persönlich gefällt mir neben der leicht bekömmlichen, jedoch nie trivialen Auseinandersetzung, dass ich Zusammenhänge zwischen meiner Abendgestaltung und der Nachtschlafqualität erkennen kann. Nehme ich sie ernst, verbessert sich damit umgehend mein Schlaf, steigert sich meine Laune und erhöhen sich meine Kreativität und Effektivität. Wie Tobias Hürter für sich selbst attestiert: Die Freude am Schlafen wächst.

Ausblick 

Insgesamt liegt hier ein spannendes Buch vor, das gut zu Stefan Pawelskis “Angewandte Traumarbeit” passt. Das beschreibe ich später.

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