Journal 2015_10 – Reading the Description first

leichte Nach(t)gedanken + something2remember
leichte Nach(t)gedanken + somethg2remember

Mein Journal – 1. August 2015_10 – Reading the description first makes a difference…

“Our exclusive private day” – ein Weihnachtswunsch meiner langjährigen ungarischen Kollegin Andrea Frenyo: “3-4 private days for the 2 of us”. In der Euphorie unseres Jahresmeetings waren trotz Rummel im Büro rasch 3 Samstage im Kalender fixiert. Der erste Termin fand gleich am 17. Januar mit Hundesspaziergängen und herzhafter Knoblauchsuppe am recht winterlichen Balaton statt. Wir hatten uns schon immer was zu sagen – also auch dann.

Heute war Tag 2: “Let’s go to an exhibition.” Uha! Ausstellung, Bildung, Kultur. Hm. Die Recherche ging rasch, wir entschieden uns für “DRAWING NOW: 2015” in der Albertina.

Das Frühstück auf dem Naschmarkt war ein guter Aufwärmer.

Die Ausstellung ist gut. Interessante Exponate, vielschichtig, beeindruckend und vor allem gut beschrieben. Ein Schwachpunkt war die unleidliche Atmosphäre im Keller. Wir hatten bereits ab Minute 1 einen Aufpasser auf den Fersen, weil wir Mittfünfziger offenbar kein “Benimm” kennen und uns ungebührlich gebärdet hatten: Die eine wollte fotografieren und die andere stand zu nah mit der Nase vor der Wand. Schlimmer allerdings: Lachen geht gar nicht. Dabei hatten wir allen Grund, fanden wir:

Four viruses, who are friends, leave their safe home and set out for the adventure of freedom… 

Die Trilogie von Markus Huemer in Abstraktion in Österreich hätte ich hier gern gezeigt. Ohne Foto… Schade.

Danach der Lainzer Tiergarten, lange Märsche, Sonne, viel Wind und dazwischen immer wieder die Erkenntnis: Reading the description first makes a difference.

Dieses Statement war schließlich die Conclusio des Tages. Hätten wir einige der Bildbeschreibungen gelesen, bevor wir uns mühsam mit der Nase am Plexiglas gefragt haben, wieso über uns die Beleuchtung so schlecht ist und ständig abdimmt und wieder fokussiert, wäre uns einiges sofort klar geworden. Der Spaßfaktor war so allerdings deutlich größer und die Auseinandersetzung mit den Bildern um einiges intensiver. An manchen Stellen konnten wir für uns auch erkennen, dass die description dem eigentlichen Werk keinen großen Gefallen bot. Sie legte die Interpretation und Wirkung zu eindeutig und einseitig fest.

Fazit für uns: Mehr Exhibitions und weiterhin “a private day for the 2 of us”. Tag 3 ist im Oktober. Tag 2 verbuche ich unter Something to Remember.

3 in 10 Tagen - und jetzt die Stadtrundfahrten...
3 in 10 Tagen – und jetzt die Stadtrundfahrten…

Nachtrag: Meine gestrige Erfahrung mündet in einen nächsten Schritt. 3 Ausstellungen in 10 Tagen waren eine gute Erfahrung und ein anspruchsvolles Tempo. Ein Rundruf an meine Wiener, Düsseldorfer und Kölner KollegInnen lädt zu Stadtrundfahrten in den nächsten 3 Monaten ein. 24 J. Wien, 14 J. Köln, 5 J. Düsseldorf: Ich sollte mich angesichts dieser blind spots genieren, halte aber mehr von: jetzt aber los…

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