Journal 2015_23 – Wem bin ich verpflichtet? 2

Projektabend in Berlin
Projektabend in Berlin

Mein Journal – 17. August 2015_23 – Wem bin ich verpflichtet? (1)

Wann geht es um mein Unternehmen?

Die größte Hochachtung genießen die Führungskräfte in ihrem Unternehmen, die sich für Ihre Mitarbeiter einsetzen und es wirklich “gut” mit ihnen meinen. Geht es hier gerade um die moderne Verwöhnkultur des 21. Jahrhunderts oder um jüngste Trends im Employer Branding? Nein. Wobei dieser Trend zum einen nicht neu wäre und zum anderen definitiv großes Bindungspotenzial hat und dringend befördert und unterstützt gehört.

 

Förderung und Forderung

Mitarbeiter schätzen es, wenn ihre Führungskraft die Arbeitsbeziehung zu ihnen – bei aller angemessenen Nähe und Distanz – persönlich gestalten. Das bringt der Führungskraft Respekt und Wertschätzung ein. Die eigene Leistung des Managers bekommt damit eine besondere Bedeutung. Mitarbeiter wollen Leistungen erbringen und sich steigern können, wünschen sich dazu direktes, rückbezügliches Feedback und sind positiv beeindruckt, wenn ihr Potenzial erkannt wird. Das alles dient ihrer Entwicklung. Wenn wir an Aufgaben wachsen, erleben wir uns in Kontrolle unserer Kraft und unserer Anstrengung. Schaffen wir Ergebnisse, die größer sind als vorherige Errungenschaften oder die wir sogar als größer wahrnehmen als unsere eigene Leistungsfähigkeit, wird das eigene Wachstum besonders spannend. Vorgesetzte, die sich darauf beziehen und in diesen Entwicklungsdialog einsteigen, schaffen eine starke Bindung.

Die wenigsten Mitarbeiter scheuen Entwicklung. Wir Menschen vermeiden Veränderung, doch Wachstum erleben wir weitgehend als angenehm, so lange wir nicht von pubertären Eruptionen sondern von aufgabenbezogenen, kontrollierten Vorwärtsentwicklungen sprechen.

Wiederhole ich mich hier, wenn ich schreibe: “Menschen wollen gesehen und wahrgenommen werden”? Sie wollen sich in Beziehung erleben und ernst genommen werden.

 

Sozialromantik oder Unternehmerverantwortung?

Gute Führung lässt sich zudem steigern. Ein Vorgesetzter, der in seinen Entscheidungen und in seinem Handeln unternehmerisches Denken ausdrückt, wird von Mitarbeitern mittelfristig und nachhaltig mehr geschätzt, als ein Manager, der sich durch reine Beziehungsarbeit ein Netzwerk aufbaut. Verbindlichkeit und eine gute Chemie gehen Hand in Hand. Respekt, Klarheit, Transparenz und unternehmerische Verantwortung sind Partner in der anderen Hand.

Auf die Frage an meinen heutigen Projektpartner, was ihm das Wichtigste an seiner neuen Rolle und seiner Beförderung im Unternehmen sei, entgegnet dieser sehr klar: “Mir ist das Wohl unserer Firma am wichtigsten. Nur dann bin ich erfolgreich.” Die weitere Frage, was er an seinem Vorstand und dessen Vorgängern schätze, kommt eine vergleichbar explizite Aussage: Besonders gute Noten gibt es für Top Manager, die glaubhaft und durchgängig aufzeigen können, dass sie neben ihrer Mitarbeiterorientierung mindestens ebenso ernsthaft am Wachstum und der Entwicklung des Unternehmens interessiert sind.

 

Was Mitarbeiter an Vorgesetzten schätzen

Der Mitarbeiter mag einen freundlichen Vorgesetzten schätzen, der Interesse an ihm zeigt. Intuitiv hängen sein Respekt, seine Loyalität und sein weiteres Einlassen davon ab, wie stark sein Vorgesetzter sich selbst für die Organisation einsetzt. Wir setzen gern auf Gewinner, auf starke Partner und auf Vorbilder. Wir verzeihen Menschlichkeit und auch Fehler, wenn wir erkennen, unsere Ansprechpartner haben hehre Ziele und hohe Werte, an die sie sich halten. Der Vorstand, der nicht seiner Eitelkeit und seinem persönlichen Wettbewerb frönt, sondern das Unternehmen mit einer Vision in eine positive Zukunft steuert, hat deutlich mehr Attraktivität. Beide Komponenten tragen zum Erfolg des Managers bei. Das informelle “du” über alle Hierarchieebenen und die “open-door-policy” haben weniger Charisma, als die persönliche Verpflichtung für eine gemeinsame, wirtschaftlich erfolgreiche Zukunft im Sinne der Unternehmenswerte. Höhen und Tiefen lassen sie so leichter zuordnen. Die Anstrengung einer Führungskraft für übergeordnete Ziele wird gern mitgetragen. Dafür – in Verbindung mit dem Interesse an den Menschen – bekommen Führungskräfte die höchste Wertschätzung.

Das alles ist ganz einfach. Wirklich?

Wir sollten Top Manager darin unterstützen, ihre Ziele mit denen der Organisation deutlicher und erkennbarer abzugleichen. Ihre Mitarbeiter danken es ihnen.

 

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