Journal 2015_24 – Wann sind Sie mit sich selbst zufrieden?

 Mein Journal – 24. August 2015_24 – Was ist Ihr Maß und wann sind Sie mit sich selbst zufrieden?

Selbstzufriedenheit ist eine schöne Gabe, wenn wir sie einfach in uns tragen und sie uns bei Bedarf zur Verfügung steht.

 

Ihre Kollegen und Geschäftspartner mögen gerade vom frisch Erreichten richtig begeistert sein. Gute Projektergebnisse, Abschlüsse, Meetings mit sehr gutem Erfolg: Das Feedback ist ausgesprochen gut. Sie hören und sehen, wie viel Wirkung Sie hinterlassen. Die Welt um Sie herum ist geradezu perfekt. Das scheint der richtige Augenblick, einmal alles auf sich beruhen zu lassen, sich zufrieden zu geben und, wie man so schön sagt, “den lieben Gott einen guten Mann” sein zu lassen.

Sind Sie in einem Stadium angelangt, das Sie am liebsten 24/7 als Normalzustand erleben möchten?

 

Auch Selbstkritik kann ein herrlicher Antreiber sein, wenn wir sie in Maßen bemühen, statt ihr zu häufig zu erliegen. So wie Sie die absolute Zufriedenheit bei gleichzeitig sehr guter Rückkopplung von außen kennen, werden Sie auch Momente durchleben, in denen Sie sich überhaupt nichts zutrauen. Wenn Sie Ihre Erfolge der Vergangenheit suchen, um aus ihnen Sicherheit und eine positive Perspektive abzuleiten, damit sie Ihnen Hoffnung auf Wiederholung geben, wirkt die Welt weit entfernt von perfekt. Genau dann sind Sie weit entfernt von Zufriedenheit.

Diese beiden Extremsituationen sind leider im positiven Beispiel und glücklicherweise im negativen Beispiel seltene Ausnahmen.

 

Darüber hinaus mag ich Ihnen noch zwei weitere, näher beieinander liegende Varianten vorstellen:

Das Feedback von außen ist gut. Das vorliegende Resultat spricht für sich und für Sie. Ihr Umfeld ist von Ihnen überzeugt und angetan. Doch Sie hegen Zweifel, sind unrund, fühlen sich leer, vielleicht ausgepumpt und im Inneren unbefriedigt. Der errungene Sieg war vielleicht zu teuer oder einfach nur zu billig. Sie mögen das Gefühl haben, Sie haben die anderen getäuscht, becirct, eingelullt, manipuliert. Vielleicht waren Ihre Partner auch einfach nur schneller einverstanden und gesättigt oder zu sehr mit sich beschäftigt. Möglicherweise hatten sie schlicht andere Erwartungen, die leichter zu erfüllen waren, als Sie es von sich selbst verlangen. Eine Dilemma-Situation – harmlos, von außen betrachtet nichtig, denn alles passt. Alles, außer Ihrem eigenen Maßstab. Der zielt auf Größeres ab, auf mehr.

Sie mögen an Ihrer Leistung zweifeln, werden aber zumindest vom Außen, Ihrem Umfeld, gestärkt. Nutzen Sie die Gelegenheit, sich weiter zu steigern und nehmen Sie Ihren inneren Antreiber als Richtungsgeber. Doch verbeissen Sie sich nicht. Hier, beim gerade erwirtschafteten Erfolg, geht es nur noch um die Kür. Genauso gut können Sie Ihre Energie in neue Kreativität investieren, neue Ideen generieren und das erreichte Resultat abhaken und sich dem nächsten zuwenden.

 

Dilemma Nr. 2 ist lustvoller, wobei es von außen betrachtet mehr Risiko integriert. Ihr Umfeld mäkelt, geht nur mühsam mit, lässt sich nur schwer gewinnen und in Bewegung setzen. Leise oder lautere Widerstände warten auf Sie, kommen Ihnen entgegen, verzögern Fortschritte. Sie spüren, jetzt sind Sie voll gefragt und können keine billigen Siege einfahren. Volle Konzentration und immer wieder die innere, leise Frage nach dem eigenen Fokus und dem wirklich relevanten Ergebnis, dem übergeordneten Ziel führen zu höchster Anstrengung und Leistungsfähigkeit. Sie bleiben trotz der Einwände anderer auf Ihrer Spur. Sie ziehen das durch, was Ihnen absolut richtig erscheint und woran Sie fest glauben. Mit voller Aufmerksamkeit beobachten Sie, wann die ersten Schritte in die aus Ihrer Sicht notwendige Richtung stattfinden und von den anderen mitgegangen werden. Alles ist soweit fein, außer, dass Ihre Mitstreiter Ihren Verdienst daran nicht so ohne Weiteres erkennen können. Sie mögen noch weiter mäkeln, noch weiter den eigenen Widerstand kultivieren oder gar glauben, sie selbst seien die Erfolgsträger und -hebel.

Das lässt Sie kalt und ist Ihnen vielleicht sogar recht. Hauptsache, Sie sind mit sich zufrieden und wissen, was Sie bewegen konnten. Darum ist Ihnen auch das fehlende oder gar zweifelhafte Feedback aus dem Umfeld fast egal.

 

Das Maß aller Dinge – die uns persönlich betreffen – sind wir selbst. Dieser Beitrag bezieht sich auf Ihr eigenes Urteilsvermögen und auf die in Ihnen untrüglich angelegte Qualität, selbst zu erkennen, wann Sie wirklich gut sind. Sie wissen aus sich heraus, aus dem Feedback Ihres Körpers, aus dem langen Nachhall, wann Sie wirksam werden und wann Sie den richtigen Weg eingeschlagen haben.

Diese Beispiele zählen weniger für die Wahl Ihrer Schuhe oder der nächsten Urlaubsreise. Vielmehr schaltet sich diese untrügerische Urteilsfähigkeit dann ein, wenn es um etwas Großes für Sie geht.

 

Wie sehen Sie das?

 

 

Download PDF