Journal 2015_27 – In eigener Sache: Zuviel ist zuviel

Samstag in Wien
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Mein Journal – 27. August 2015_27 – Verdaulichkeit und die aktive und passive Überforderung

Die Bloggerrunde um Frau Novemberregen schreibt täglich. Die meisten Beiträge sind Tagesimpressionen. Einige Texte ziehen mich mit ihrer Melodie und Tiefe magisch in den Bann. Unter der Vielzahl von Beiträgen finden sich unabhängig von der Themenwahl und der Textlänge wirkliche Gustostückerln. Inhalt und Form schwingen gut miteinander. Jede Schreiberin, jeder Schreiber hat einen rasch wiedererkennbaren Stil.

 

Einziger Wermutstropfen: Ich komme im Lesetempo nicht nach. Wenn ich schließlich wie am Sonntag stichprobenartig die Woche rückwärts lese, tut es mir leid um die Texte, die ich in ihrer Tagesaktualität verpasst habe.

5 Tage im Nachhinein noch einen Kommentar zu einem Thema abzugeben, erscheint mir fast unsinnig, obwohl viele Beiträge trotz ihres Tagesbezugs zeitlos interessant und eine aktive Auseinandersetzung wert sind. Diese vermutete Unsinnigkeit mäßigt sich gleich wieder, denn ich freue mich selbst schließlich auch nach langem noch über einen späten Kommentar zu meiner Arbeit.

 

Diese sehr unterschiedlichen Menschen und ihre Themen, ihre Stile, ihre Anliegen und ihre Reflexionen: Darin liegen Vielseitigkeit, Gedankenanstöße und auch eine Form von Entspannung. Allein, mein Zeitmanagement, mein inhaltlicher Anspruch an meine berufliche Arbeit und das reiche Angebot stehen einander für eine einfache Lösung im Wege. Das betrachte ich als ein selbstgewähltes Leiden auf recht hohem Niveau. Die Entscheidung zur Selektion und / oder zum großräumigeren Verzicht liegt jederzeit in meiner Hand.

 

Also nehme ich an dieser Stelle bei mir selbst das Tempo heraus. Die passive Überforderung durch meinen Umgang mit dem breiten Strauß an Beitragsangeboten anderer Blogger einzudämmen, fällt mir vergleichsweise leicht. Viel schwerer ist die Vermeidung der aktiven Überforderung durch mein eigenes Schreibtempo. In meinen physischen Taschen und den versteckten Winkeln meines Seins schlummern genügend Anliegen, die sortiert, reflektiert, geteilt und “abgelegt” werden wollen. Alles zu seiner Zeit. 

 

Dieses Blog will ich lange pflegen, gut warten und vor allem mit zunehmender Erfahrung so geschickt und sicher fahren wie früher die Olga. Dazu gehören Praxis, Regelmäßigkeit und Achtsamkeit.

Ob ich jeden Tag oder manches Mal erst jeden 3. Tag meine aktuellen Lieblingsthemen hier zu Ihrer Betrachtung und Auseinandersetzung zur Verfügung stelle, probiere ich jetzt im Dialog mit Ihnen bis Ende September aus. Lassen Sie mich wissen, welcher Rhythmus Ihnen gefällt, damit ich Sie mit meinen Beiträgen gut erreiche.

 

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2 thoughts

  1. Liebe Petra,

    ich freue mich jeden Morgen über Ihre Gedanken, habe aber festgestellt, dass sie (Sie) in meinem Tag viel Zeit beanspruchen. Ich lese, öfter auch ein zweites Mal, denke über eigene Bezüge nach und formuliere gelegentlich Antworten. Das kostet Zeit, die ich nicht immer habe oder woanders abziehen muss. Ich lese auch andere Blogs, die aber in der Regel leichtere Lektüre sind und mich nicht so sehr zu Reaktionen herausfordern. Nachdem Sie jetzt auffordern über die Frequenz nachzudenken, neige ich eher zu einem 3-Tage-Rhythmus, damit (mir) noch Zeit für Arbeit und Familie bleibt.

    Liebe Grüße
    Hildegard

    1. Tja, liebe Hildegard, damit sind wir genau am Punkt. Mit Ihrer Antwort fange ich viel an. Sie deckt sich mit dem Echo aus meiner Umgebung.
      Danke für die Klarheit!

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