Journal 2015_3 – Was gut ist, kommt wieder

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Abendgedanken

Mein Journal – 13. Juli 2015_3 – Was gut ist, kommt wieder

Ein turbulenter Sonntag mit viel Sport und Background-Arbeit, der dann plötzlich zäh wird, weil sich die Website verheddert, ewig viel Arbeit noch ansteht und nirgends mehr etwas weiter geht.

Gut, dass ich den gestrigen Tag weitgehend im Wald verbracht habe. Bewegung, Frischluft, neue Anregungen, vor allem neue Gedanken und neue Fragen. Unterwegs kommen mir 1.000+1 Inspiration. Jeder Gedankenfetzen birgt das Potenzial für längere Auseinandersetzungen.

In der Vergangenheit habe ich einiges davon mit Dragon ins Handy diktieren wollen. Müßig, denn die Erziehung der Dragon-Diktier-App scheiterte bereits daran, dass die von mir frequentierten Wälder schlechte Netzabdeckung haben, so dass die App gar nicht erst arbeitet.

Inzwischen ist das gut so: Dieser Zwang jede Sekunde festzuhalten, jeden Gedanken zu nageln, bringt mich aus der Kraft des Augenblicks heraus und zieht mich ganz woanders hin. Dieses  Ausquetschen eines jeden Moments, jede Minute Autofahrt wird mit Telefonaten belegt, jedes Gespräch führt zu Zusatznotizen über weitere Themen und neue Konzepte. Die Schlagzahl erhöht sich noch immer. Der Output ist mitunter heiße Luft.

Viel besser erscheint es mir, in dem Moment zu verweilen und alle Störungen auszublenden. Gute Ideen oder noch viel mehr reizvolle Gedankenexperimente müssen nicht festgehalten werden. Sie kommen von selbst zu mir zurück. Gehe ich ihnen 2, 10, 20 Mal nach, werden sie davon nur besser, zeigen sich von verschiedenen Seiten und reifen.

Sicher, es wirkt auf den ersten Blick leichter, auf bereits deponierte Fragmente und Notizen zurückzugreifen, um einen raschen Anfang zu machen. In Wahrheit haben sich aber gerade die ersten eingefangenen Fetzen mehrfach als seelenlose Hüllen und Irrlichter erwiesen, die den wirklichen Spirit einer Idee verzerren oder bestenfalls nur einengen.

Wenn die brillante Idee, das einzigartige Modell Umwege braucht, weil es von Dringlicherem verdrängt wird oder sich noch nicht wirklich zeigen will, gehen wir diese halt gemeinsam und lassen uns Zeit. Was gut ist, kommt wieder – zu seiner Zeit.

 

 

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