Journal_37 – Wie wir unsere Realität gestalten

Jeden Tag eine neue Frage, jeden Tag ein neuer Eintrag.
Jeden Tag ein neuer Impuls, jeden Tag ein neuer Eintrag

Mein Journal – 11. Oktober 2015_37 – Das Veränderungsjournal – Veränderung nach meinem Maß

Was immer wir tun, geben wir ihm doch bitte unsere eigene Handschrift!

11. Oktober – Tag 11 im VÄJ – “VÄJ” ist die Abkürzung für das Veränderungsjournal. In der selbstgewählten Wochenrückschau, die weder zu meiner Routine noch zum VÄJ-Inhalt gehört und mir gerade jetzt nach den ersten Tagen dieses 365-Tagesprogramms wichtig ist, stelle ich fest, die dort angebotenen Impulssätze begleiten mich tatsächlich durch den Tag. Sie bohren sich wie ein klangvolles Mantra oder der Refrain eines Popsongs in mein Ohr und mein Bewusstsein.

 

Mantra im Ohr und seine Vor- und Nachteile

Mitunter frage ich mich: Was hat denn dieser jeweils angebotene, beim ersten Lesen mitunter flach anmutende Impulssatz ausgerechnet mit dem heutigen Tag zutun? Nichts. Zumindest nicht auf den 1. Blick.

Der Impulssatz und das jeweilige Tagesdatum stehen in keinerlei Zusammenhang. Das VÄJ beginne ich zu dem Datum, an dem es mir passt. In meinem Fall zum 1. Oktober, so kann ich mir den Beginn und das Ende leichter merken. Die Tage 1, 2, 3 und so weiter sind im Buch und seiner Intention frei jeder Zuordnung und jeden Datums. Wir können jederzeit mit dem VÄJ beginnen. Wenn wir bei Abreißkalendern und Horoskopen glauben, sie beziehen sich wirklich auf das Tagesdatum, gilt für das VÄJ nur, Tag 1 ist MEIN Tag 1.

Ganz offensichtlich gibt es keinen jahreszeitlichen oder astrologischen Bezug, keine magischen Daten und keine numerologischen Zahlenzusammenhänge. Das gesamte Veränderungsjournal ist von vorne bis hinten frei von jeder Esoterik.

Stattdessen werden kleine Wahrheits- und Erkenntnissplitter in die Tagesaktualität gemischt und schließlich ins Tagesbewusstsein gehoben und wirken von dort leise vor sich hin. Wie Stracciatella: Eine weiße Eiscreme, die relativ neutral schmeckt und erst durch ihre knackigen, markanten Schokosplitter immer wieder einen kurzfristigen Reiz bekommt.

Die kurze Rückschau auf die selbst auferlegte Struktur des “Was habe ich mir für heute vorgenommen?” und des “Wie ist mir das alles gelungen?” zeigt mir auf, wie viel bewusster ich die einzelnen Tagessequenzen im jeweiligen Licht des Mantra, des Meta-Themas betrachte.

 

Alltagsweisheiten und Kalendersprüche

Fühlen Sie sich eingeladen, mich für leicht beeinflussbar zu halten? Ich darf dazu sagen: Jeder Mensch lässt sich beeinflussen. Ob wir uns die Quellen unserer Inspirationen bewusst suchen oder ob wir ihnen unbewusst erliegen und uns stattdessen autonom wähnen, ob wir uns aktiv Rat holen oder im Gegensatz dazu mit Widerstand auf die Empfehlungen und vermeintlichen Manipulationen unserer Umgebung reagieren: Wir alle reagieren auf vielerlei innere und äußere Impulse. Sie selbst zu wählen oder wenigstens (an-) zu erkennen, woher sie in ihrer Vielseitigkeit stammen, kann sich lohnen.

 

Wir gestalten unsere Realität 

Das Veränderungsjournal ist in seiner Harmlosigkeit mit täglich neuen Impulssätzen eine meiner aktuellen Quellen für die persönliche Auseinandersetzung. Der heutige Impuls lautet zum Beispiel:

Im Leben gibt es Dinge, die Sie ändern können. Und es gibt Dinge, die Sie nicht ändern können.                        Worauf konzentrieren Sie sich?

Wie banal und richtig und gleichzeitig hochinteressant ist doch die Auseinandersetzung mit diesem heutigen Reflexionsangebot.

Nun haben wir ja alle Kalender irgendeiner Art, die durch Meetings, Besprechungen, Projekte, Hausaufgaben und zusätzliche to-do-Listen vorgeben, worauf wir uns beruflich oder privat zu konzentrieren haben. Wir sind so effizient, tüchtig, fokussiert. Noch mehr Anspruch können wir zeigen, wenn wir uns auch noch für das Wesentliche entscheiden. Gemäß der Eisenhower Matrix können wir zwischen Effizienz und Effektivität wählen oder manchmal beides kombinieren.

 

Doch worauf konzentrieren wir uns wirklich?

Viele um mich herum quengeln über Unvermeidbares und über Alltägliches. Andere ersparen sich und ihrer Umgebung diese verbale oder non-verbale Unmutsäußerung, indem sie Schwierigkeiten für sich behalten, in sich hineinfressen, unterdrücken, verdrängen oder wieder ganz anders verarbeiten. Dann gibt es auch die von uns bewunderten Menschen, die angesichts einer Unwegsamkeit oder Irritation umgehend in die Änderung schreiten. Ich persönlich “beneide” Menschen, die leicht zwischen nichtigen Details und großen Anliegen unterscheiden und sich gar nicht erst verbummeln oder aufhalten lassen. Ist das nur eine Frage des Augenmerks und der eigenen Aufmerksamkeit?

Vermutlich gehen sehr viel mehr Personen ihre Änderungsanliegen direkt ohne Umwege oder Ablenkungen und vor allem ohne lautes Trommeln an, als ich es wahrnehme. Wenn ich mich in meinem Arbeitsumfeld umschaue, ist es nicht nur legitim, sich Strukturhilfen zu suchen, sondern es gilt vielmehr als pragmatisch und zeitgemäß, sich mittels App oder Ratgeber aufzufrischen, zu organisieren und in den Alltagswettkampf zu treten.

Das Schöne oder auch Lästige an diesen Impulssätzen ist allerdings: So banal und richtig und einfach sie meist klingen und sich in manchen Fällen sogar inhaltlich beantworten lassen, bohren sie sich heimlich ins Hirn und bleiben auch in der Mehrzahl weiterhin hartnäckig wie ein Popsong im Ohr.

Meine App heißt in diesem Fall also VÄJ. Mich hat die Frage danach, worauf ich mich konzentriere – die Dinge, die ich ändern kann oder die Dinge, die ich nicht ändern kann – intensiv beschäftigt. Die Liste der Dinge, die ich ändern werde, wurde sofort sehr lang. Einige davon habe ich heute bereits in die Wege geleitet.

 

 

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2 thoughts

  1. Liebe Petra,
    das Veränderungsjournal macht mich langsam neugierig. Es mir anzuschaffen und damit zu arbeiten. Ich hatte schon 2 od. 3 mal so ein Büchlein zu Hause, es dann aber nach gewisser Zeit (eher bald als später) weggelegt, abgetan mit, das ist mir jetzt doch zu “banal” und “blöd”. Doch liegen nicht gerade darin so oft die Herausforderungen und Möglichkeiten?
    Das Einfache kommt zu kurz, weil es so nichtig wirkt. Doch “ertappe” ich mich immer öfter dabei, das Einfache sehr spannend und mitunter als genial wahrzunehmen. Da steckt so viel drinnen, nicht zuletzt, weil es gar nicht so einfach ist, das Banale, das Naheliegende zu sehen bzw. umzusetzen. Mir geht es schon oft so.

    Mir scheint, man muss reif für ein Veränderungsjournal (für Veränderungen) sein. Ich freue mich auf das V-Journal, ich erwarte mir viel Klarheit und Bewusstheit im Umgang mit allem Möglichen. Mehr Zufriedenheit, größere Dankbarkeit durch viele Kleinigkeiten, echte Ruhe und Selbststärkung. Des weiteren Erkenntnisse (für Herz und Hirn und Bauch und Tun) darüber, was will ich ändern und was kann ich ändern (die Feststellung zum Können und Nicht-Können muss ja auch irgendwie bewerkstelligt werden; liegt ja nicht gerade stets auf der Hand; – oder sagen das wieder nur, die gerne nachdenken, interpretieren und alle möglichen Gesichtspunkte berücksichtigen wollen/müssen) und was will ich beibehalten.

    Ja, sehr gute Frage “worauf konzentrieren wir uns”?
    Oder worauf konzentriere ich mich, wenn ich mich wirklich auf mich / mein(e) Leben(s-gestaltung) konzentriere. Was folgt dann, was mache ich dann … anders und wie! Mit diesen Überlegungen mache ich mich in den Abend auf. Und ich danke dir für deine Anregungen.
    Liebe Grüße
    Romana

    1. Liebe Romana,
      dein Kommentar hat mich sehr gefreut! Welche Quelle auch immer du wählst für deine Entwicklungs-/Veränderungsimpulse: Im Tun und im Dranbleiben liegt das Geheimnis.
      Freu’ mich schon auf dein Feedback.
      Alles Liebe
      Petra

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