Journal_39 – VÄJ – Monatsrückblick

Anders als versprochen...
Anders als versprochen…

Mein Journal – 31. Oktober 2015 – VÄJ – Das Veränderungsjournal im Monatsrückblick:

 

Was ich aus dieser Reflexionsarbeit gewinne…

Was wollen Sie als Erstes wissen? Doch wohl das Ergebnis.

Also… Großartig ist es, was dem Leser, Käufer oder Anwender des Veränderungsjournals vom Autor versprochen wird.

Die Gewinne, Resultate, Ergebnisse, die ich erzielt habe, waren sehr viel kleinteiliger, teilweise zarter und dann in anderen Momenten um einiges kraftvoller, anspruchsvoller und auf jeden Fall immer wieder um einiges wilder als alles, was ich mir erhofft hatte. Zu meiner eigenen Überraschung bin ich auch an Tränen vorbeigekommen, obwohl es doch nur um Wachstum und Entwicklung geht. Diese Entwicklungsreise ist anstrengend. Sie kostet Zeit, wirkliche Disziplin und Energie. Diese drei Ressourcen sollte ich doch wohl auch woanders brauchen können.

Nun ist ein konsequent durchgeführter VÄJ-Monat gerade ein Zwölftel des vollen Programms. Ob ich die weiteren 11 Monate durchhalten werde? Solange es in meiner persönlichen Kraft liegt: Ja.

 

Mein Gewinn

Ergebnis 1 sind Klarheit und ein Spiegel für meine eigenen Muster. Im Kernberuf bin ich Verhaltensdiagnostikerin und darin ausgebildet, das Verhalten anderer Menschen zu beobachten und auf seine Hintergründe und Motive und schließlich Lösungspotenziale zu erforschen. Wie jeder Mensch kann auch ich andere deutlich besser beobachten und erkennen, als mich selbst. Selbsterkenntnis ist mir hier als Schlüsselwort zu klein und zu banal, denn in der üben wir Coaches uns seit dem Beginn unserer Ausbildungen.

Die Außenbetrachtung ist reicher. Das VÄJ ermöglicht mir ein Außenbild und eine Meta-Analyse meines Vorgehens, meiner täglichen Fallen, meiner eigenen Lösungsszenarien.

Ergebnis 2 ist eine wesentlich effizientere Tagesgestaltung. Ich setze schon lange Prioritäten, doch sind sie normalerweise dem Kalender und dem Rollenverständnis als Unternehmerin geschuldet. Das VÄJ lädt mich ein, hier völlig neue Akzente zu setzen. Der Impulssatz des Tages lenkt die Aufmerksamkeit ähnlich einer Matrix in eine neue Dimension. Zusätzlich zum Kalender und zu meinem Professionalitätsanspruch bekomme ich auf diesem Weg ein willkürliches, externes Interpretationsangebot. Willkürlich? Ja, denn Sie beginnen das VÄJ, wann Sie wollen. Ihr Tag 1 deckt sich kaum mit meinem 1. Oktober.

Kalendersprüche können das auch. Doch die bearbeiten wir weder morgens durch ein “Was nehme ich mir vor?” noch abends durch ein “Wie ist mir das gelungen?”. Sie mögen noch im Hinterkopf wie ein Mantra mitschwingen, Kraft gewinnen sie oft erst durch dieses Schreibritual.

Ich will also gemäß der Matrix beiden Ansprüchen gerecht werden: Den notwendigen To Dos und dem zusätzlichen Fokus. Beides gemeinsam bringt mich zur Verdichtung und zur Entscheidung, was vom Tisch fallen muss. 31 Tage sind ein kurzes Zeitfenster. Schauen wir in einem Jahr auf die Langzeitstudie zurück. Gewinn der 31 Tage: Was immer vom Tisch gefallen ist, gehört tatsächlich dorthin und entschieden gestrichen.

Ergebnis 3 ist das tiefere Verständnis meiner eigenen Werte und Interessen. Ich erkenne, woran ich mich orientiere, wie meine Entscheidungen zustande kommen, welche Prägungen mich ausmachen und in der Vergangenheit teils unreflektiert beeinflusst haben. Meine Antreiber werden deutlich. Ich kann sie loslassen. Die Auseinandersetzung mit ihnen und meinem jetzt von mir täglich hinterfragten Grundverständnis vom Leben stärken mein Bauchgefühl und meine Entschiedenheit.

Ergebnis 4 ist weniger neu, aber wird im regelmäßigen Schreiben deutlich erkennbar. Die Reflexion wirkt sich positiv auf meine Stimmung aus. Mir mögen unterwegs Bedenken, Zweifel, Sorgen begegnen, doch ich löse sie mit Handlungsimpulsen und Ideen zur Klärung wieder auf.

Und ‘spooky’ ist das Ergebnis 5. Nachdem meine Lesergemeinschaft noch überschaubar in ihrer Zahl ist, mag ich auch dieses teilen. Ich bin in einen tieferen Dialog mit meiner eigenen Geschichte eingestiegen und habe an Kraft und an Kontaktqualität gewonnen. Viele Schritte, Erlebnisse und Geschichten meiner Vergangenheit sortieren sich und suchen sich einen ausgesprochen guten Platz. Das Loslassen ist nur eine Facette. Ich treffe auf dieser unspektakulären und gleichzeitig so reichen Reise meine Eltern, meine Freunde und neue Ratgeber und Beitragende. Ja, Sie haben recht: Das findet nachts allein vor dem Rechner statt. Doch zum einen habe ich einen versteckten Weg des Teilens gefunden und zum anderen ist nicht jeder Kontakt notwendigerweise physisch oder virtuell.

 

Sie interessieren sich selbst für kontinuierliche, regelmäßige Reflexionsprozesse? Habe ich Sie vielleicht sogar neugierig gemacht?

Der Prozess

Entschuldigung, nein, es geht nicht um Franz Kafka. Obwohl… – wieso sollte ich eigentlich keinen Vergleich mit diesem großen Schriftsteller anstellen, der sein Tagebuch als die größte Unterstützung und sogar Selbsttherapie in depressiven Phasen bezeichnet hat? Sie haben oben als Ergebnis 4 bereits gesehen, hier hebt sich die Stimmung.

 

Disziplin hilft

Morgens wenigstens noch schnell den Impulssatz zu lesen, ist die leichteste Übung und dauert schlimmstenfalls 2 Minuten, wenn ich die Quelle erst suchen muss. Ob Sie diesen Schritt noch mit Ihrem niedergeschriebenen Vorhaben zeitlich ausdehnen, hängt von Ihrem Tagesablauf und Zeitmanagement ab. Allein die Frage, was Sie aus dem Impuls für Ihren Tag ziehen, nistet sich schon hartnäckig in Ihr Unterbewusstsein ein.

Die abendliche Rückschau soll nur 10 Minuten dauern, verspricht der Autor des Veränderungsjournals. Weit gefehlt. Abhängig von Ihrer Energie, Schreibgeschwindigkeit und -freude, Ihrem Bezug zum Impulssatz, Ihrem Tagesablauf dürfen Sie hier von einer deutlich intensiveren Arbeit ausgehen. Mir sind mehrmals darüber die Augen zugefallen. Das kostet Zeit und bringt Reichtum.

 

Umgang mit Hürden

Die Befriedigung, mein eigenes Wort gehalten zu haben, hat mich weitergetrieben. An einigen Abenden lag ich mit dem VÄJ deutlich hinter der Mitternachtsgrenze. Es wurde oft viel zu spät. Der Herbst ist in unserem Business die Hauptsaison. Das VÄJ sollte der Tagesabschluss sein. Dieser Endpunkt flutschte geschwind mit der beruflichen Nachtarbeit in den neuen Tag.

Meine Motive sind Entwicklung, Wachstum, Erforschen. Wichtig und weit vorne steht tatsächlich die Neugier. Ich will wissen, verstehen, ergründen. Das ist einer meiner größten Treiber, eine Verführung und Lust zugleich.

Wenn Sie für sich – vielleicht erst durch das VÄJ – erkennen, was Ihre Treiber sind und wie groß Ihre Neugier auf sich selbst ist, finden Sie leicht einen Zugang zu regelmäßiger Auseinandersetzung.

Einige meiner Kollegen meditieren regelmäßig bis täglich. Meine Meditation ist wie bei Arne Krüger die Schreibmeditation.

 

Technik-Tipps

Vielleicht wissen Sie noch aus meiner Buchkritik, dass ich das Buch einer Freundin geschenkt habe. Das VÄJ zu zweit zu machen, ist eine weitere Anziehungskraft und hält die Disziplin hoch.

Formatunterstützung erfahre ich durch eine selbst angelegte Word-Maske mit der Reflexionsstruktur. Das Buch hätte mir mit seinen wenigen Zeilen sowieso nicht geholfen. Meine Reflexionen sind viel zu umfangreich für eine handschriftliche Verarbeitung. Die nächsten Impulssätze sind als Einzeldokumente mit dem Tagesdatum vorbereitet. Damit liegen die Sätze in der Wiedervorlage und dienen mir morgens entweder direkt zur Planung oder spätestens abends für beides, die Planung und den Abwicklungserfolg. Die Maske bleibt gleich und ist ohne Suchen oder Aufwand gespeichert. Rituale dieser Art brauchen simple Technik, die den Zugang erleichtert.

Neben der Begleitung durch die Freundin habe ich mir einen sehr, sehr kleinen Kreis an Mitwissern und Begleitern aufgebaut. Sie bieten mir weitere Auseinandersetzung und Vertiefung, weil sie sich punktuell einbringen. Zudem wächst die Community der Lebensreisenden und Neugierbegeisterten um mich herum. Das macht für mich Sinn und hält mich in der Disziplin, wenn es mir für einen Augenblick zu mühsam wird. Wehe, ich werde beim Nachlassen und Aufgeben beobachtet! Das weiß ich zu verhindern, denn schließlich will ich meine Zaungäste dazu verführen, ihre eigene Entwicklungsreise nach eigenem Geschmack und auf dem eigenen Weg zu intensivieren.

 

Wie geht es weiter?

Ich liebe den Herbst und den anstehenden Jahreswechsel. Ich schiele auf den Quartalsrückblick zu Sylvester. Wie die Kraulschwimmpartnerin meiner Blog-Ikone Frau Novemberregen am 28.10. zu Beginn ihres Kraulschwimmkurses 3 so schön reflektiert: Der Entwicklungssprung von 1 auf 2 war deutlich größer als der von 2 auf 3. So ähnlich erwarte ich mir die Erkenntnissprünge von Monat 1 auf Quartal 1. Also spürbar und dennoch kleinteilig, bescheiden. Wendiger in der Technik, gestärkt in der Kondition. Zum Jahreswechsel werde ich mich sicher auf das VÄJ beziehen – selbst, wenn ich es bis dahin wutentbrannt abgebrochen oder völlig neuorientiert und abgelenkt schlicht vergessen haben sollte.

 

31 Tage morgens und abends hingeschaut – diese Reise ist so überraschend aufregend. Das erlebe ich sowohl in voller Fahrt als auch, wenn ich sie rückwärts betrachte. Davon will ich auf jeden Fall mehr!

 

 

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