Juni 2015: The Minimalism Game – Update + Review

tabula rasa - der leere Tisch sah vor 4 Wochen noch sehr anders aus
tabula rasa – der leere Tisch
sah vor 4 Wochen noch sehr anders aus

Heute beende ich offiziell das Thema des Monats Juni und damit das Minimalism Game.

Ich war wieder mehrere Tage im Feld und hatte keinen Zugriff auf mein Hab und Gut.

248 Items haben im Juni meine Wohnungen verlassen – weniger als erhofft und doch überraschend viele.

 

 

Learnings:

  1. Materielle Verführungen unterwerfe ich 2 Fragen: „Wie lange darfst du bei mir verweilen? Stündest du bei anderer Betrachtung neben den ‚Wir müssen raus!’?“
  1. Die optische Lichtung in den Schränken beruhigt das Auge.
  2. Andere Entschlackungsansätze tauchen während des MG auf, die ich freundlich in Angriff genommen habe:
  • Festgefahrene Muster und unnötige Routinen. Nicht jede Routine hat die Kraft eines Rituals, sondern ist einfach eine schlechte Angewohnheit.
  • Alte Verbindlichkeiten und ‚offene Rechnungen’ gehen ich jetzt leichter an.
  • Durchhalten und Loslassen fühlen sich sehr gut an.
  1. Das MG löst Auseinandersetzung mit störendem Grundrauschen, (Kauf-) Entscheidungen, Trennungs- und Bindungsverhalten, Werthaltungen und Verhaltensmustern aus.

Fazit: Das MG werde ich wiederholen. Es kann mehr als ein ‚one off’. Ich habe mich geärgert, wenn ich aufgrund von Reisen nicht weitermachen konnte und bereits ‚target items’ vor mir sah.

Wenn ich anfangs nur dachte, damit etwas Luft in die Regale zu bekommen, konnte ich jetzt deutlich spüren: Ich bekomme mehr ‘Luft’ in mein Leben.

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4 thoughts

  1. Puh, 248 Gegenstände, von denen Sie sich trennen konnten … Hut ab! Ich ***kann*** das nicht. Pardon – Korrektur: Wahrscheinlich will ich es tief in meinem Inneren nicht, obwohl die reine Vernunft mir sagt: probier es doch aus!
    Als meine Mutter ein Pflegefall wurde, waren ihr materielle Dinge immer weniger wichtig. Selbst die schöne Uhr, die sie von meinem viele Jahre zuvor verstorbenen Vater geschenkt bekommen hatte. “Man kann nichts mitnehmen, Kind”, sagte sie dann zu mir. Ja, das stimmt. Also ***kann*** man (ich) sich auch von Gegenständen trennen. Ich werde es ausprobieren, versprochen!

    1. Liebe Frau Chaumien, nicht jeder Gegenstand, der mein Zuhause verlassen durfte, hatte die Größe eines Schuhkartons oder gar eines Schrankes. In einigen Fällen waren es gerade die Banalitäten, die Erleichterung verschafften: Das doppelt gekaufte Shampoo, das nicht den Erwartungen entsprochen hatte, geschenkte Weingläser, die einzeln keinen Sinn machten, u.a.m.
      Diese Mitbewohner konnten sich auch nur einnisten, weil ich mich per se nicht leicht trenne und ihnen ein Zeitplätzchen eingeräumt hatte.
      Ist gut, dass sie weg sind. Hält mich davon ab, Neues hereinzulassen. Dieses Jahr nehme ich mir den Minimalismus noch einmal vor.

  2. Vor 3 Jahren sind wir aus den USA zurück nach Deutschland gezogen. Wir haben einen Container voll Besitz mitgenommen. Zuvor haben wir allerdings in insgesamt 5 Runden unser Hab und Gut auf etwa die Hälfte reduziert. Mit jeder Runde wurde es leichter loszulassen. Dann haben wir 1 Jahr mit je 2 Koffern voll “Notwendigem” in einer möblierten Wohnung gelebt, unsere eigenen Sachen waren “in Storage”. Am meisten hat mich erstaunt, wie wenig ich meine Sachen in diesem Jahr vermisst habe. Als wir endlich in die eigene Wohnung zogen, hätte ich am liebsten noch einmal verkleinert, habe es dann aber doch nicht mehr getan. Jetzt wächst unser Besitz schön langsam wieder an und macht sich breit. Und ich wünsche mir einfach radikal loszulassen, was mir trotz der positiven Erfahrung schwer fällt. Aber ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben.
    P.S. es gibt ein paar wenige Dinge, die ich aus meinem früheren Leben tatsächlich vermisse u. a. ein paar Lederstiefel, die ich damals schon 15 Jahre besaß.

    1. Liebe Hildegard, von wegen “weniger ist mehr”… einige um mich herum, so auch ich, haben ähnliche Erfahrungen. Bei mir war es erst der Weg nach Österreich, bei dem Sack-und-Pack den Nachmietern zur Verfügung standen, schließlich nach der 3. Nachmiete nur noch schrottreif waren. Die vielen Umzüge im neuen Umfeld, nachdem die erste Phase monatelang im Hotel, danach auch zur Übergangsmiete und schließlich auf der Suche mit immer weniger Besitz = Ballast ein Neubeginn war. Das hat sich mehrfach wiederholt. Inzwischen, mit den 2 Wohnungen an 2 Standorten, hat die gleiche Thematik eine neue Optik gefunden. Doch dazu ein anderes Mal. Ihren Punkt kann ich sehr gut nachvollziehen und sehe, wie einige hier gerade sehr darunter leiden. Danke fürs Teilen!

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