Petra’s dict.cc

Wortneuschöpfungen kreieren ihren eigenen spezifischen Klang- und Bedeutungsraum. Sie inspirieren neue emotionale Verknüpfungen und gestalten Bilder, die sich schön platzieren und verankern.

Hier finden Sie neue Lieblingswörter, die sich in Gesprächen ergeben, durch die Beteiligten über diese Momente hinausragen und mitunter von ihnen in die eigenen Sprachwelten hineingetragen werden.

ausfinanziert – beschreibt den wirtschaftlich abgesicherten Zustand eines Menschen, der für den Rest des eigenen Lebens und der direkt zuzuordnenden Familienmitglieder wie Partner und Kinder finanziell sorglos und unabhängig ist

nachschlafen – ist die Pseudo-Trance in der verlängerten Aufwachphase, wenn wir physisch bereits in unseren Routinen funktionieren und in der Lage sind, Kaffee/Tee zuzubereiten, uns die Zähne zu putzen, zu duschen, jedoch weder wirklich ansprechbar noch zu ernsthaften Auseinandersetzungen bereit sind

Comition – eine französische Teilnehmergruppe kreierte diese Wortschöpfung aus Commitment & Ambition am 12. Juni 2015 in Orry la Ville im Rahmen ihres Final Events. Mir gefällt an diesem Wort der eingebaute Schwung: Motor, Relevanz und Kraft, bis zum Ende durchzuhalten. Es schreibt sich leicht und bleibt hängen.

Coachingwillige – Coachingklienten oder “Coachees” gibt es in vielen Variationen. Unter den Coaches aller Gattungen gibt es immer wieder Gespräche über den großen Unterschied zwischen einem freiwilligen Coachee (der in einem zwischen zwei Menschen als Coaching definierte Prozess gecoachte Gesprächspartner) und einem Coachingklienten, der das Coaching von jemand anderem verordnet bekommt. Ein Coachingwilliger lässt sich auf den Coachingprozess. Ein Coachingwilliger lässt bewußt zu, dass das Coaching in ihm durch neue Reflexionsimpulse, neue Sichtweisen und neue Gedankenprozesse eine nachhaltige Entwicklung und durchaus auch eine neue Haltung und in Folge verändertes Verhalten auslöst.

Reflexionsstress – Reflektier’ ein wenig schneller, richtiger, fokussierter. Wenn wir eine als Auszeit, Entspannung und auf uns selbst gerichtete Denkzeit mit Leistungsdruck füllen.

Luftfresser – früher gern auch als Staubfänger bezeichnet. Da wir uns heute nicht mehr mit dem üblichen Kitsch umgeben und uns dennoch gern voll räumen, ohne deshalb gleich zwanghafte ‘Müllis’ zu sein, darf der Staubfänger von 1965 gern modernisiert – und dennoch ausgemistet werden.

Wunschlesen – Unsere selektive Wahrnehmung verhilft uns zu Leseergebnissen, die sich von der Orthographie des geschriebenen Wortes lösen und dieses in seiner Bedeutung in die vom Leser unbewusst gewünschte Information verwandeln.

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