Wochenpost Nr. 0 – Neustart

Gerne nachts verfasst…

Ich bin wieder da und öffne heute die Wochenpost Nr. 0.

Die lange Pause, für die es viele Gründe, keinen konkreten Anlass, aber auf jeden Fall Notwendigkeit gab, ist noch nicht ganz vorbei. Ich bin in der Annäherung und will mich hier wieder häufiger einfinden.

Wöchentlich mit der Wochenpost.

Diesen Rhythmus halte ich für zumutbar und praktikabel. Sehen Sie es mir bitte nach, wenn ich tatsächlich sogar zwei- bis dreimal in einer Woche hier vorbeischaue oder dann doch wieder eine Woche auslasse. Freiwillig und je nach Geschmack und Thema.

 

Wochenpost – das ist Vintage 

Mir gefällt dieser Name. Er drückt Regelmäßigkeit, Zuverlässigkeit und Gemütlichkeit aus. Wochenpost – ich mag Vintage. Bunte Holzkisten, alte Ziegelwände, lackierte Bänke, Innenhöfe mit Kopfsteinpflaster und Bistrotischchen – alles ein wenig aus der Zeit und dennoch hochaktuell, weil wir es für unsere Seele brauchen, danach suchen und dort gern eine Weile bleiben.

Hier passt die Wochenpost genau hinein. Ein alter, altmodischer, gebrauchter und irgendwie angeschlissener Begriff. Nicht völlig verschlissen, nicht zerfallen oder schmuddelig, einfach nur viel benutzt und ein wenig zerlesen.

 

Wochenpost – das ist mein neuer Ordner für die Posts, für die ich nicht immer den ganz großen Aufhänger brauche und um die ich nicht tagelang herumschleichen will. Der kleine Hebel, der hier veröffentlicht mehr bewirken kann, als wenn er ungeschrieben, ungelesen in einer geheimen Ecke meiner Gedanken schlummert und auf die ganz große Bühne wartet. Zu der finde ich dann ja wieder keine Zeit.

 

Ich bin wieder da

Meine Blog-Seite hat mir gefehlt. Die Gründe für mein Schweigen und meine Pause waren vielschichtig. Der hartnäckigste und zudem am leichtesten zu erklärende unter ihnen ist der zeitliche Engpass durch zu viel Arbeit. Doch auch die vielen organisatorischen Kleinigkeiten der letzten zwei Jahre und die größeren Veränderungen in meinem Leben mündeten in viele Fragen an mich und in mir selbst, so dass weder Zeit noch Energie für Schreibarbeiten blieb.

 

Vordergründig einfach und logisch

Die fehlende Zeit als Erklärungsmodell wurde schließlich logisch abgelöst von einer mir neuen Sprach- und Ausdruckslosigkeit. Nachdenken, mich selbst hinterfragen, dabei zu neuen Erkenntnissen kommen und in vielen Punkten eine weiter gereifte Haltung einnehmen, das war für mich ein intensiver Prozess. Mehrfach wollte ich ihn unterbrechen und darüber schreiben, mir Detailthemen herausgreifen und sie hier abarbeiten. Schließlich passte der Zeitpunkt noch nicht, er war zu früh, und meine Gedanken waren zu unausgereift.

 

Langsame Annäherung 

Sehr viel weiter bin ich vielleicht gar nicht. Allerdings ist der Drang, einige Anliegen hier abzuarbeiten, größer geworden als das Zögern, ob meine neuesten Fragen und Erkenntnisse schon fertig reflektiert sind. „Fertig“ gibt es sowieso nicht. Somit kann ich ungeniert wieder einsteigen und schauen, wohin mich diese Reise bringt. Meine Neugier auf diese Reiseerlebnisse ist gewachsen und wieder deutlich größer als mein Bedarf, erst alles bis ins Kleinste durchzukauen, bevor ich es hier ausrolle. Da passt die Wochenpost als Format hervorragend: Kleinteilig genug, regelmäßig genug und ohne Anspruch auf die große Besserwisserei. Die Wochenpost als kleiner Hebel.

Mal schauen, wie es wird. Ich freue mich jedenfalls darauf.

 

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6 thoughts

  1. Liebe Petra,
    Schön das du wieder blogmässig da bist! Wenn einem die Sprach- und Ausdruckslosigkeit fehlt, ist es besser eine Pause einzulegen. Schreiben unter Zwang geht gar nicht! Man merkt deine Lust zu schreiben und diese Lust gehört befriedigt und bedient. Ich freu mich darauf, liebe Grüße Peter

    1. 😉
      Danke! Darfst mir glauben, dass ich dabei auch an deinen Fastenblog und deine Schauspielkarriere gedacht habe, denn auch du trägst Gesichter, die ins Licht wollen und dort strahlen.

  2. Liebe Petra,
    auch ich freue mich, dich hier -auch hier- wieder zu erleben, dich zu finden … wie du am Weg des Findens unterwegs bist. „Wochenpost“ finde ich sehr schön! Genial! Ich denke sofort an eine Zeit, wo die „Wochenpost“ noch per Kutsche, oder Pferd, oder Schiff zugestellt worden ist. Da war noch Langsamkeit angesagt. Geduld. Und die Vorfreude und Neugierde auf den Tag, wann die Wochenpost wieder mit den aktuellen Neuigkeiten kommt, war groß. Dein Blogeintrag liest sich flüssig, locker, ausgeglichen, gelassen und ja, auch gereift. Ich stimme Peter zu, und ich hab’s schön gefunden, dass ich ihn hier mit einem Beitrag gelesen habe (lese sein Fastentagebuch auch). Schön, dass du dich entschieden hast, wieder hier zu sein!
    Alles Liebe
    Romana

    1. Liebe Romana,

      herzlichen Dank für deine schönen Zeilen. Die Postkutsche hatte ich auch im Sinn. Wir wissen oft gar nicht, welche besondere Qualität der Post früher innewohnte. Wie oft habe ich auf Post gewartet, Briefe aufgehoben, sie wieder und wieder gelesen? Selbst bei der letzten Übersiedlung ist noch ein Schuhkarton mit Briefen aus meiner Twen-Zeit aufgetaucht. Wie oft klicke ich heute versehentlich eine Email weg, obwohl ich sie noch lesen wollte und suche sich später?
      Liebe Grüße
      Petra

  3. Liebe Frau Schulte,
    ein schöner Beitrag, der Lust auf „mehr“ macht. Wie Peter oben schon schrieb, ist manchmal die – im wahrsten Sinne des Wortes – stille Post vorzuziehen. Schreiben ohne inneres Bedürfnis geht „im Prinizip“, aber erstens muss es nicht sein und zweitens ist das Ergebnis nicht immer das, was man sich erhofft. Die Wochenpost, der Wochenpost – sehr schön. Mögen die Wellen des Stroms, auf denen Ihr Postschiff unterwegs ist, Ihnen gewogen sein, diese Wellen, die im ständigen Kommen und Gehen den Rumpf Ihres Schiffes umspülen. Ich freue mich schon darauf, dass Sie wieder eine Bucht finden, in der Sie vor Anker gehen, um Ihre Gedanken mit uns zu teilen. Wenn sich Ihr Postschiff sanft im ruhigen Wasser wiegt und die kleinen Wellen der Bucht plätschernd bis zum Ufer auslaufen, lassen Sie sich dann inspirieren. Ich wünsche Ihnen viel Freude dabei.
    Liebe Grüße
    Giselle Chaumien

    1. Ganz lieben Dank, liebe Frau Chaumien! Ein schönes Bild, das Postschiff. Das gefällt mir sehr und wird mich begleiten. Mögen die Wellen des Stroms, auf denen mein Postschiff unterwegs ist, meine Gedanken tragen und sie auf dem Weg in die Bucht ordnen, damit sie als Worte mit Wert erkannt werden können.
      I’ll do my best.
      Petra Schulte

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